Inkontinenz , Abklärung und Behandlung von Harnverlust

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Leistungen in der Ordination und im Salzkammergut Klinikum:

Untersuchung, Beratung und Behandlung der jeweiligen Inkontinenzform

Beratung vor operativen Eingriffen

Operationen am  SalzkammergutKlinikum, Krankenhaus Vöcklabruck und Gmunden

Allgemeine Information:

Der Verschluß des Harnes erfolgt durch einen inneren Schließmuskel (Musculus sphincter urethrae internus), der von Ausläufern der glatten Harnblasenmuskulatur gebildet wird und einen äußeren Schließmuskel (Musculus sphincter urethrae externus), der wie der Beckenboden aus quergestreifter Muskulatur aufgebaut ist.
Die Harnspeicherung und -entleerung (Miktion) ist eine fein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Harnblasenmuskel und den beiden Schließmuskeln. Die Blasenschwäche oder auch „Harninkontinenz“ genannt entspricht einer Speicherfunktionsentleerungsstörung der Harnblase. Hierbei kommt es zu unfreiwilligem Harnverlust zur unpassenden Zeit am unpassenden Ort. In Abhängigkeit von der Ursache der Harninkontinenz unterscheidet man verschiedene …

Formen der Harninkontinenz:

Streßinkontinenz
Dranginkontinenz
Überlaufinkontinenz
Reflexinkontinenz
Extraurethrale Inkontinenz

Die Streßinkontinenz und die Dranginkontinenz sind die am häufigsten auftretenden Inkontinenzformen. Bis zum 60. Lebensjahr leiden überwiegend Frauen unter Harninkontinenz. Die Streßinkontinenz bei Frauen wird meistens durch Beckenbodenschwäche verursacht. Ab dem 50. Lebensjahr sind auch zunehmend Männer betroffen, insbesondere von der Überlaufinkontienz und der Dranginkontinenz, nach Operationen (Prostata) auch von der Streßinkontinenz.

Streßinkontinenz (Belastungsinkontinenz)

Streßinkontinenz bedeutet nicht, daß die Harninkontinenz durch Streßsituationen verursacht wird, sondern durch Druckerhöhung im Bauchraum, die auf die Harnblase übertragen wird, der ein funktionsgestörtes (geschwächtes) Verschlußorgan nicht standhält und so zum Verlust von Urin führt. Der Urinverlust tritt typischerweise beim Husten, Niesen Lachen, Aufstehen, Hüpfen, Laufen und Anheben oder Tragen von Lasten auf, also immer wenn abrupte Druckerhöhungen im Bauchraum erzeugt werden.

Behandlung der Streßinkontinenz

In Abhängigkeit von der Schwere der Streßinkontinenz und der Position der Harnblase im Becken, ergeben sich mehrere Behandlungsmethoden:

  • Beckenbodentraining
  • Behandlung mit Östrogenen (vorallem im höheren Alter u. vor Operationen)
  • Gewichtsreduktion
  • Operation :
    Ein früher häufig und mit gutem Erfolg durchgeführter Eingriff ist die Operation nach „Burch“  Die vordere Scheidenwand wird durch Nähte so fixiert, daß die Blasenöffnung (Blasenauslaß) und die hintere Harnröhre wie in einer Hängematte positioniert sind, dadurch wird ein Widerlager gebildet, welches bei Druckerhöhungen im Bauchraum  die Blasenöffnung passiv verschließt. Relativ neue Methoden stellen  die TVT und TVT-O dar. Bei diesen Operationen wird in örtlicher Betäubung oder Narkose um die Harnröhre ein Kunststoffband geführt. Die Ergebisse sind gut. Vor einem operativen Eingriff sollten allerdings konservative Therapieverfahren wie das Beckenbodentraining ausgeschöpft werden. Eine Abklärung der Harnblase mittels Druckmessungen sollte ebenso vorher erfolgen.

Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz)

Bei der Dranginkontinenz ist nicht der Blasenverschluß gestört, sondern die Funktion des Blasenmuskels (Detrusor), der durch Zusammenziehen den Urin austreibt .  Bei Normalfunktion tritt dieser Blasenmuskel erst in Aktion wenn die Harnblase ihre Maximalfüllung erreicht hat (400-600 ml) und dem Harndrang nachgegeben wird. Bei der Dranginkontinenz ist dieser Blasenmuskel (Detrusor) auch schon bei geringer Füllung (100-200 ml) aktiv, der Harndrang ist dann meistens so heftig, daß der Urin nicht mehr zurückgehalten werden kann. Typische Beschwerden bei der Darnginkontinenz sind: starker, überfallartiger Harndrang mit gleichzeitigem Harnverlust, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen, Einnässen kurz bevor die Toilette erreicht wird, insbesondere bei Gehbehinderten.

Die Behandlung der Dranginkontinenz

  • Beckenbodentraining
  • medikamentösen Therapie.
  • Ein Operation  wie z.B. bei der Streßinkontinenz kann  zu einer Zunahme der Beschwerden führen. Es ist deshalb sehr wichtig durch entsprechende Untersuchungen (Blasendruckmessung, Blasenspiegelung usw.) die Art der Harninkontinenz herauszufinden. Durch Medikamente (z.B. Anticholinergika) kann die Dranginkontinenz in der Mehrzahl der Fälle gut behandelt werden.

Überlaufinkontinenz

Der Überlaufinkontinenz geht zunächst eine Blasenentleerungsstörung voraus (z.B. wegen Prostatavergrößerung), die Blase wird im akuten Zustand der Überlaufinkontinenz nicht mehr aktiv durch den Detrusor entleert, vielmehr ist die Blase prall gefüllt. Beim Erreichen eines entsprechend hohen Blasendruckes wird der Schließmuskel überwunden und es entlleert sich tröpfchenweis Urin.

Reflexinkontinenz

Bei der Reflexinkontinenz besteht keine willkürliche Kontrolle mehr über die Speicherfunktion der Blase aber auch über die Entleerungsfunktion. Der Reflex zur Blasenentlerung wird schon durch geringe Blasenfüllvolumen oder unspezifische Reize z.B. leichtes Klopfen auf den Unterbauch ausgelöst und kann nicht kontrolliert werden.  Ursache ist die Unterbrechung der Nervenverbindungen zum zentralen Steuerungszentrum im Gehirn durch Querschnittlähmung, Multiple Sklerose oder Schlaganfall.

Web Info : Inkontinenz



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